zurück Sternenlicht Protokoll Nr. 51 vom 11.01.2003 Download als selbstentpackendes Word97 Dokument


Am heutigen Abend konnten wir wie gewohnt den Lichtboten JOSUA in unserer Mitte willkommen heißen. Er meldete sich mündlich durch das Medium Jürgen.

JOSUA: GOTT ZUM GRUSS, DER FRIEDE SEI MIT EUCH.

(Es erfolgte die allgemeine Begrüßung)

Wie geht es euch?

Birgit: Mir gut, ich mache einmal den Anfang.

JOSUA: Dir gut. Dirk nicht gut?

Dirk: Doch!

JOSUA: Dann sag es doch.

Dirk: Gut, mir geht es gut.

JOSUA: Was gibt es neues an der norddeutschen Front?

Dirk: Das würde ich auch gerne wissen. Ich hatte Freitag, also gestern vor einer Woche, den Input, dass bei mir jemand Fremdes, ein Geistwesen, sei. Dazu wollte ich euch einmal befragen.

JOSUA: Bei dir in der Wohnung?

Dirk: Ja. Es kippten zuerst einige CD`s um, und dann bekam ich gedanklich überspielt, dass jemand da sei.

JOSUA: Es war nichts Schlimmes, ein kleiner Verirrter, nicht tragisch, das kann schon einmal vorkommen.

Betty: War es eine neugierige Seele?

JOSUA: Wie sagt man, sie hatte sich einfach verlaufen und war ein bisschen neugierig.

Birgit: Darüber sprach ich auch mit L. heute, ob so etwas also in unseren Wohnungen passieren könnte. Worauf ich, vielleicht etwas vorlaut, gesagt habe: Nein, ich glaube nicht, unsere Wohnungen sind alle gut geschützt.

JOSUA: Soweit geht der Schutz nicht. Vorhanden ist nur ein Schutz gegen negative Geistwesen.

Dirk: Also gab es keinen negativen Hintergrund in der Form, dass der Dirk geärgert werden sollte?

JOSUA: Nein, nein, das war nur ein kleiner Tollpatsch. Er hatte es gar nicht vor, interessierte sich aber für die Dinge, die da standen. Es gibt Momente, in denen sie in die Materie eingreifen können, so dass sich die Materie bewegt, je fester sie es wollen. Er wollte sich höchstwahrscheinlich eine CD ganz genau angucken, und dabei ist es passiert. Er wollte es ganz professionell machen, sie herausziehen, dann funktionierte es aber nicht mehr so wie bei euch und ein ganzer Satz fiel zu Boden.

Rolf: War es denn wenigstens gute Musik, die er ausgesucht hat?

Dirk: Weiß ich nicht. Ich habe die Scheiben wieder zurückgestellt, ohne genauer hinzusehen. Erschreckt habe ich mich allerdings schon für einen Moment.

JOSUA: Er sich auch. Wenn ihr wüsstet, wie oft Geistwesen durch euer Leben wandern.

Birgit: Thomas, du hattest doch auch so ein Erlebnis.

Thomas: Ich habe jemanden gesehen, ohne es in dem Moment so einzuordnen. Ich saß in meinem Sessel, L. kam nach Hause und sagte, sie müsse noch lernen. Dann habe ich mich wieder anderen Dingen gewidmet und im Augenwinkel gesehen, dass L. an mir vorbei in mein Arbeitszimmer geht. Nach einiger Zeit habe ich gedacht, sie bleibt aber lange im Arbeitszimmer, drehte mich um und sah, dass da überhaupt niemand ist. Das Zimmer war leer und dunkel.

JOSUA: Aha, da ist aber schon ein bisschen Ektoplasma mit im Spiel. Das kann passieren, wenn du entspannt oder wie sagt ihr, relaxt bist.

Dirk: Ektoplasma benutzen also Geistwesen, um sichtbar zu werden?

JOSUA: Ja, wenn sie mit eurem Ektoplasma in Kontakt kommen, werden sie materiell sichtbar. Meistens wird das Ektoplasma ungewollt freigesetzt, sehr wenige können es konzentriert abgeben – das sind dann schon gute Medien. Bei euch und auch bei anderen Menschen, die sehr sensibel sind, geschieht es unkontrolliert. Und wenn sich in dem Moment gerade ein Geistwesen durch diese Wolke begibt, dann könnt ihr ihn wahrnehmen, zwar nicht klar und deutlich, aber schemenhaft.

Viele Menschen hatten schon solche Erlebnisse, die meisten sagen dann nur: „Ich glaube, ich spinne. Ich sehe schon Gespenster:“ Sie nehmen es nicht ernst.

Dirk: Bei der letzten Chakrenbehandlung von KASSANDRA habe ich Energien gesehen. Konnte ich das nur sehen, weil Ektoplasma im Raum war?

JOSUA: Das ist der gleiche Zusammenhang.

Birgit: Wenn wir alle ganz harmonisch und entspannt zusammen sitzen, müssten wir hier doch eine Menge sehen können?

JOSUA: Nein, es kommt darauf an, ob sich dann in dem Moment Geistwesen in eurer Nähe aufhalten: Ihr könnt euch darauf verlassen, dass alle Seelen einen Bogen darum machen würden, wenn sie es mitkriegen, dass Ektoplasma freigegeben wird. Es sind Zufälle, wenn man als Geistwesen da hinein stolpert.

Birgit: Ach, man will gar nicht gesehen werden?

JOSUA: Du musst das so sehen: Die Geistwesen wissen teilweise gar nicht, was Ektoplasma ist. Sie sehen nur etwas auf sich zukommen. Das wirkt für sie bedrohlich, dem weichen sie natürlich aus. Wenn ein Geistwesen hingegen in der Nähe eines Körpers vorbei huscht, und der Körper setzt in dem Moment Ektoplasma frei, dann kann es unter Umständen nicht mehr ausweichen ‑ aber bewusst gehen Geistwesen da nicht herein.

Anders ist es, wenn ein Geistwesen sich zum Beispiel sichtbar machen will, dann ist es bewusst, dann ist es gewollt. Für uns (Geistwesen, die in medialen Kreisen tätig sind) ist es nichts Bedrohliches, denn wir wissen ja davon, wir wissen, was es ist.

Thomas: Wäre es bei meinem Beispiel möglich, dass ein anderer dieses Vorbeihuschen auch wahrgenommen hätte?

JOSUA: Also in der Regel ist es so, dass die anwesenden Anderen auch etwas schemenhaftes wahrnehmen müssten, wenn es durch Ektoplasma passiert.

Birgit: Also nicht nur der, der das Ektoplasma gebildet hat?

JOSUA: Richtig.

Dirk: Für solche Kundgebungen, wie sie jetzt z.B. stattfinden, wird ja von den Teilnehmern Lebensenergie abgezogen. Unterscheidet die sich von dem Ektoplasma?

JOSUA: Ganz gewaltig, ja. Das hat nichts miteinander zu tun. Die Energien, die wir von euch abziehen, sind geistiger Natur. Wir brauchen sie, um den Kontakt zu halten. Wir machen uns ja nicht sichtbar bei euch, sondern wir haben den kommunikativen Kontakt.

Dirk: Ektoplasma ist demnach keine geistige Energie. Was ist Ektoplasma für eine Energieart, woher kommt sie?

JOSUA: Ein Plasma, eine Substanz, es ist etwas Feinstoffliches. Dieses Plasma ist für euer Auge so nicht sichtbar, es geht von der Seele aus und dient dem Zusammenhalt von Seele und Körper. Ein Stoff, der die Verbindung zwischen Seele und Körper hält. Die Seele braucht das Ektoplasma, so wie der Körper den Blutkreislauf braucht. Es ist der Klebstoff.

Birgit: Wird das Ektoplasma dann in den Chakren gebildet? Weil die sind doch eigentlich das Bindeglied zwischen Körper und Seele.

JOSUA: Ja, ja, es tritt aus den Chakren aus, das ist korrekt, ja.

Marion: Und wenn das Ektoplasma bewusst freigesetzt wird, dann sieht es in etwa so aus, als ob wir bei Kälte nach draußen gehen und ausatmen. Dann ist ja diese Wolke zu beobachten, so ähnlich sieht Ektoplasma auch aus.

Dirk: Genau, ich habe eine Fotografie von einer Materialisation gesehen, wo das Ektoplasma aus dem Mund des Mediums ausströmt – und nicht aus den Chakren.

JOSUA: Hier ist es etwas anderes, die Abgabe bei Materialisationen erfolgt ja kontrolliert und nicht unbewusst. Es sind aber sehr wenige, die das steuern können.

Birgit: Ist es bei den Leuten, die die Aura sehen können, das gleiche Phänomen?

JOSUA: Nein, das ist wieder etwas anderes, das hat nichts mit Ektoplasma zu tun.

Marion: Hier gibt es ja auch die Kirlianfotografie, um die Aura für nicht mediale Menschen sichtbar zu machen.

Rolf: Ist das generell so bei allen Menschen oder nur speziell bei uns, dass Geistwesen durch unsere Leben wandern?

JOSUA: Manche erleben es bewusst, manche nicht, das ist unterschiedlich. Aber es ist normal, bei jedem. Es sind Geistwesen, die in dieser Umgebung gefangen sind, sie denken sich gar nichts dabei.

Ihr könnt sie öfters wahrnehmen und empfinden, denn ihr seid offen für die Dinge, ihr ordnet solche Dinge ja ganz anders ein. Was andere noch als Zufall annehmen, sind in Wirklichkeit genau diese Begegnungen (schmunzelt:) Begegnungen der Dritten Art. Durch diese Offenheit werdet ihr dann auch sichtbarer für die Geistwesen.

Birgit: Weil wir mehr strahlen?

JOSUA: Ja, natürlich. Und diese Seele wundern sich dann vielleicht, wenn sie euch ansprechen und keine Antwort bekommen. Dann seid ihr ihrer Meinung nach sehr unhöflich...

Birgit: Wie verhält es sich bei Träumen, ich durchlebe im Traum eine Situation und später dann im Alltag treffen bestimmte Traumelemente ein?

JOSUA: Träume sind entweder Verarbeitungen von Erlebtem oder Wünsche des Menschen oder aber Eindrücke und Emotionen, die die Seele von ihrer Wanderschaft im Geistigen Reich mitbringt, die also als Fragmente im Unterbewusstsein bleiben. Das Bewusstsein kann diese Eindrücke dann oft nicht verarbeiten.

Geschehen Dinge aus Träumen später wirklich, ist es ein Zeichen, dass die Seele sehr aktiv ist, wenn sie frei ist, was wir nicht so gut finden, denn das menschliche Bewusstsein wird überfordert. Die Seele muss lernen, diese Eindrücke, Informationen für sich zu behalten. Es ist eine Form der Medialität, die kontrolliert werden sollte, denn Dinge, die nicht verarbeitet werden, können emotionale Schäden hinterlassen.

Birgit: Was kann man praktisch tun?

JOSUA: Man muss es seiner Seele verbieten, diese Emotionen mitzubringen, wenn man darunter leidet.

Birgit: So wie ich das sehe, ist da für manche auch ein gewisser Reiz.

JOSUA: Das ist die andere Sache, wenn man dabei keine Probleme hat. Nur die Probleme kommen immer erst später. Besonders schlimm ist es, wenn ich anfange, viel in die Dinge hinein zu interpretieren. Dadurch kann ich viele Schicksale beeinflussen, insbesondere das Eigene.

Birgit: Man könnte es auch so auslegen, dass diese Träume eine Vorausschau beinhalten.

JOSUA: Entschuldige bitte, wo liegt der Sinn. Nein, nein, das hat in der Regel mit Vorausschau überhaupt nichts zu tun. Wenn man etwas Wichtiges in eine Symbolik hinein interpretiert und meint, man wäre hellsichtig oder könnte die Zukunft voraussagen, so möge man sich nicht auf das Glatteis führen lassen.

Birgit: Wieso Glatteis, wenn persönlich die Möglichkeit gegeben ist, dass man die Dinge erfährt, die dann etwas später auch tatsächlich eintreffen.

JOSUA: Das ist ohne weiteres möglich, ja. Aber ob es richtig ist, ist eine andere Frage: Wir finden es nicht richtig, weil das menschliche Leben beeinflusst wird. Und irgendwann, da eine mediale Öffnung vorhanden ist, kommt irgendeiner und macht sich einen furchtbaren Scherz aus dieser Angelegenheit. Damit kann man dann ein Menschenleben oder ein Schicksal ganz schön durcheinander bringen.

Rolf: Wenn ich dich richtig verstanden habe, dann ist eigentlich der vorgesehene Weg so, dass während des Schlafes die Seele zwar Ausflüge macht, dass sie ihre Eindrücke aber nicht in das Bewusstsein des Körpers überträgt, wenn sie zurück kommt.

JOSUA: Genau, dieser seelische Ausflug sollte eigentlich nur dazu dienen, eine seelische Kraft zu schöpfen. Eine Energie, die sie hier auf Erden nicht bekommen kann. Das Ganze, was sie davon dem Körper mitgeben kann, ist ihr Wohlbefinden. Der Körper erwacht morgens und fühlt sich wohl. Das wäre der Sinn. Wenn die Seele jetzt aber zum Beispiel im geistigen Reich einen Freund getroffen hat, der vielleicht noch nicht lange wieder drüben ist, oder sie hat tolle Gespräche geführt, so sind dies Dinge, die eine emotionale Wirkung auf die Seele haben.

Ist eine Seele nun gerne drüben und kommt nur ungern zurück in den Körper, dann fühlt sie sich dementsprechend larifari bei der Rückkehr. Vielleicht ist sie auch noch in Gedanken versunken und merkt gar nicht, dass sie von der Energie, in der sie schwebt, dem Unterbewusstsein etwas überträgt. Das sind dann diese Fragmente. Das Unterbewusstsein reagiert ‑ dafür ist es da ‑ auf die seelische Verbindung, auf die Harmonie, auf den Zustand der Seele und formt dann etwas daraus. Sagen wir einmal, das Unterbewusstsein ist einem Computer ähnlich, der unwahrscheinlich aufgeladen wird. Er quillt irgendwann über, so als ob Milch überkocht. Und das gelangt dann als Fragment in das Bewusstsein.

Birgit: Macht dann das Bewusstsein daraus Bilder oder kommen die Symbole noch von der seelischen Aufladung?

JOSUA: Das macht dann das Bewusstsein. Das Gehirn verarbeitet diese elektrischen Impulse, so, wie diese elektrischen Impulse fließen, und es entstehen die Bilder. Diese werden von bereits gespeicherten Eindrücken überlagert, und es kommt häufig ein Wirrwarr dabei heraus, das man gar nicht nachvollziehen kann.

Man erwacht, und sagt bei dem, was im Bewusstsein ist: „Na, da habe ich ja etwas geträumt.“ Man nimmt es also erst einmal hin. Urplötzlich sieht man dann später, ein paar Tage später, Fragmente im Fernsehen, auf der Straße oder man begegnet ausgerechnet der Person, die man im Traum gesehen hat oder einer, die sehr ähnlich aussieht, und meint: „Oh, ich habe jetzt die Zukunft vorausgesehen.“

Menschen beginnen dann sehr gerne, weil es ist ja eine Fähigkeit, dieses bewusst herbeizuführen, und das kann gewaltig in die Hose gehen. Das geht eine zeitlang gut, dass die Seele mitspielt, aber irgendwann bekommt sie dann drüben Bescheid, dass es reicht, weil sie darf es ja nicht. Diese Energien sind dann kontrolliert zurückzuhalten. Anderenfalls produziert das Gehirn irgend etwas daraus, weil es ja eigentlich diese Dinge jetzt braucht, um eine Vorhersage zu machen. Es sind ja zum Beispiel Anfragen vorhanden. So kommen dann Falschaussagen zustande.

Rolf: Also das heißt jetzt vereinfacht ausgedrückt, dass das Gehirn süchtig nach diesen Impulsen werden kann.

JOSUA: Ja, das Gehirn und der Mensch.

Marion: Wie verhält es sich bei Ereignissen, wenn jemand einen Unfall hat und stirbt? Es gibt ja auch Menschen, die diese Situationen träumen bevor sie passieren.

JOSUA: Es ist genauso. Die Seele ist einfach zu phlegmatisch.

Marion: Wie kann diese Seele denn überhaupt diese Vorausschau haben?

JOSUA: Ganz einfach: Es steht jemand an, der ein Unfall hat. Die Seele bekam ihre Vorausschau drüben, während sie mit einer anderen spricht nach dem Motto: „Ach, habe ich dir eigentlich schon erzählt, der und der kommt bald zurück“. So, und jetzt kennt sie denjenigen von der Seele her.

Birgit: Aber dann ist es doch eine echte Vorausschau.

JOSUA: Ja, ist es ja auch. Du darfst ja nicht vergessen, wenn ich es zum Beispiel will ‑ tue ich aber nicht, könnte ich dir sagen, an welchem Tag du stirbst, wann du also zurück kommst.

Birgit: Das will ich ja gar nicht wissen.

JOSUA: Das würde ich dir auch nicht sagen, selbst wenn du es wissen wolltest, weil ich es nicht darf.

Seelen nun, die diese Vorausschau mitbringen, wollen es eigentlich auch nicht preisgeben. Aber in ihrer Überschwänglichkeit, in ihrer Unkonzentriertheit übermitteln sie diese Informationen an das Unterbewusstsein. Und Menschen oder Gehirne, die dann diese Bilder verarbeiten, können das zwei bis drei Mal gut ertragen, danach haben sie Angst davor: Zu wissen, dass irgendjemand aus der Umgebung stirbt oder dass irgendwelche Katastrophen eintreffen. Hier liegt die Unverantwortlichkeit, hier müsste die Seele normalerweise sofort ein Verbot kriegen, in den Körper zurückzukehren. Nur das wäre ja so, als ob der Mensch sterben würden, d.h. so geht es also auch nicht. Aber hier ist der Zusammenhang zu sehen, deswegen passieren solche Dinge. Und spätestens nach ihrer regulären Rückkehr haben diese Seelen ihr Handeln dann zu verantworten.

Birgit: Ich habe z.B. ganz konkret davon geträumt, dass der Mann meiner Arbeitskollegin an einem Herzinfarkt stirbt. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass er jetzt an einem Herzinfarkt stirbt.

JOSUA: Nein, aber wenn es passieren würde, hättest du ein Problem damit.

Birgit: Ja.

JOSUA: Siehst du.

Birgit: Aber warum träume ich so etwas?

JOSUA: Weil du eine Information in dieser Richtung bekommen hast.

Thomas: Könnte es sein, dass das jemand ganz anderen betrifft, den sie vielleicht gar nicht kennt?

JOSUA: Richtig.

Birgit: Also es muss gar nicht meine Arbeitskollegin sein.

JOSUA: Nein. Du hast lediglich jemanden aus deinem Umkreis genommen, wo es vielleicht möglich sein könnte. Dies hat das Gehirn dazu sortiert.

Die Seele hat die Information, dass eine bekannter Seele von dir einen Herzinfarkt erleiden wird und zurückkommt, bekommen. Dann kam deine Seele zurück in den Körper und dachte, der hat es geschafft, der kommt zurück nach Hause. Dieses Gefühl hinterlässt die Seele in dir. Jetzt kann es gut möglich sein, dass sie vielleicht noch ein bisschen das Bild dieser Seele inne hat. Und was macht dein Gehirn daraus? Es ist ja ein Bekannter, kein guter Bekannter, aber ein Bekannter, also wird zum Beispiel der Mann deiner Arbeitskollegin einfach zugeordnet. Es wird jemand mit dieser Emotion verknüpft, den das Gehirn aus diesem irdischen Leben kennt. Der Körper sucht sich einen aus dem Bekanntenkreis aus, der nicht zu nah, aber auch nicht zu weit weg ist. Arbeitskollegen sind dafür sehr gut geeignet.

Rolf: Der Idealfall wäre also wirklich, nur die seelische Erholung zu übermitteln. Denn ganz offensichtlich ist es für den Körper ja in jedem Fall sehr unangenehm, wenn er spekuliert, wie die Eindrücke zusammenhängen. JOSUA. Genau, wobei das Gehirn nicht spekuliert, es verarbeitet einfach die Impulse, die da kommen. Auf diese Weise produziert das Gehirn aus den Energien die Bilder für das Bewusstsein.

Rolf: Bilder aus einem begrenzten, irdischen Horizont.

JOSUA: Ja.

Birgit: Wobei ich denke, dass man manchmal auch dankbar sein kann, für so übersetzte Impulse: Wenn man z.B. in einer Erkenntnisphase ist und Träume einem den eigenen seelischen Zustand – auch mir als Körper ‑ bewusst machen, kann das sehr hilfreich und auch beruhigend sein.

JOSUA: Das ist etwas anderes: Das sind dann Dinge, die dich selbst betreffen, das ist ja in Ordnung. Es geht hier nur um Impulse, bei denen das Gehirn andere Schicksale bekommt, aber keine genaue Definition davon hat, und dann irgendwelche Zuordnungen automatisch vollzieht.

Marion: Meiner Kenntnis nach hattest du irgendwann einmal gesagt, dass du maximal drei Tage vorausschauen kannst und noch höhere Wesen bis zu vier Wochen. Jetzt hatten wir das Beispiel, dass eine Seele im voraus träumt, dass jemand stirbt, was ja Monate im voraus liegen kann.

JOSUA: Wir haben die Traumerlebnisse mit Vorausschau (im irdischen, materiellen Sinne) bezeichnet, aber es ist eigentlich gar keine (im spirituellen Sinne), sondern eine Seele erhält eine Information zu einer Heimkehr, die festgelegt ist. Wenn ich jetzt zum Karmischen Rat gehe und frage, wann eine bestimmte Seele wieder da ist, dann kann der Karmische Rat sagen, das geht mich gar nichts an, oder er gibt mir die Information. Ich kann Ereignisse nur für eine gewisse Zeit vorausschauen, aber Informationen oder Begebenheiten, die unwiderruflich sind, kann ich mir schon einholen.

Birgit: Thema: Freundschaft.

Dirk: Dazu sollten wir ja alle Hausaufgaben machen.

JOSUA: Mit der Freundschaft haben wir letztes mal aufgehört, genau.

Dirk: Damit hören wir immer auf, damit beginnen wir auch immer wieder.

JOSUA: Mit der Freundschaft?

Dirk: Immer wieder neu.

JOSUA: Wie anstrengend.

Dirk: Wie erstrebenswert.

Birgit: Ich denke, wir könnten ja noch einmal besprechen, wie schwierig es überhaupt zu sein scheint, Bindungen einzugehen. Diese Bereitschaft, jemanden an mich heranzulassen. Einerseits dieses Vermissen von Freundschaft und Verlässlichkeit, andererseits aber auch die Angst davor.

JOSUA: Die Frage ist, wer braucht die Freundschaft? Ist es der Körper, oder ist es die Seele? Man muss schon unterscheiden zwischen einer seelischen Freundschaft und einer körperlichen Freundschaft, hier liegen gewaltige Unterschiede:

Die körperliche Freundschaft ist eine Freundschaft, die wir von unserer geistigen Seite als gute Bekanntschaft bezeichnen würden.

Eine seelische Freundschaft ist eine weitaus tiefere Verbindung, man findet sie nicht in der Masse. Seelische Freunde auf Erden zu finden, ist in der Regel auf eine Anzahl von eins bis zwei begrenzt.

Die Suche nach einer seelischen Freundschaft auf Erden ist oft nicht von Erfolg gekrönt. Seelenfreunde finden sich ‑ ich will jetzt nicht sagen durch Zufall, sondern sie finden sich meist nur als Seele. Hier ist eine Voraussetzung, dass beide sich (während einer Inkarnation zum Beispiel nachts) zur gleichen Zeit am gleichen Ort im geistigen Reich befinden, um miteinander reden zu können und zu klären, wo bzw. in welchem Körper der andere jetzt eigentlich steckt.

Obwohl man als Seele im Geistigen Reich viele Freunde hat, ist man doch häufig auf Erden als Seele allein, weil hier viele Faktoren eine Rolle spielen: Zum Beispiel könnte eine Seele sehr laut getönt haben, dass sie diesen Weg allein gehen will, dass sie keine Freunde braucht. Das heißt, die Inkarnation wurde aus einer Frust heraus angegangen.

Selbst bei Inkarnationen, wo die Seele sagt, dass sie nicht alleine sein will, dass sie sich vor dieser Inkarnation fürchtet, und nach Begleitung fragt, kann es schwierig sein, sich zu finden. Das irdische Treffen wird, wenn es gewollt und genehmigt ist, dann zwar forciert, d.h. es wird geholfen, aber nach welcher Zeitspanne es passiert, ist eine andere Frage.

Marion: Manch einer ist ein Leben lang auf der Suche nach seinem Freund.

JOSUA: Ja, und manche finden sich schon im Kindergarten, nicht.

Birgit: Das Bestreben ist doch in der Regel so, dass eine Seele hier nicht alleine ihr Leben durchlaufen möchte, sich einen Freund, einen Partner sucht, um eben die Problematik, die das Leben so birgt, gemeinsam bewältigen zu können.

JOSUA: Gut, das sind viele, es sind aber auch einige, die „nein“ dazu sagen. Du darfst jetzt nicht davon ausgehen, dass eine Seele, die mit einem Partner zusammenlebt, stets sagt, sie hätte einen guten Freund getroffen, einen Seelenfreund, sondern es gibt viele unter ihnen, die suchen.

Birgit: Was wahre seelische Freundschaft ist, habe ich verstanden. Man findet sie nicht oft.

Nun sind die meisten Menschen ja in einer Partnerschaft oder Freundschaft. Sie müssen doch auch miteinander auskommen – auch wenn es keine Seelenfreunde sind. Solche Partner- oder Freundschaften sind doch ein guter irdischer Kompromiss und müssen nicht unbefriedigend sein, sondern können recht gut laufen.

Auffällig ist diesbezüglich nur, dass zur Zeit die Scheidungsrate immer größer wird, dass also die Bindungsfähigkeit immer mehr abnimmt. Heißt das, dass auch immer weniger seelische Freunde inkarnieren oder hat das andere Ursachen?

JOSUA: Das hat etwas mit den Erwartungen zu. Die Erwartungen von euch Menschen sind unwahrscheinlich gestiegen, die Erwartung an den Anderen, die Erwartung an sich selbst. Die Bereitschaft der Seele, eine Partnerschaft hier auf Erden einzugehen, das heißt, eine seelische Freundschaft zu beginnen oder eine alte weiterzuführen, ist für die Seele in der heutigen Zeit nicht einfach, bedingt durch die Industrialisierung. Durch den Stress, den die inkarnierten Seelen haben, denken sie gar nicht an die Verwirklichung dieser tiefen Werte. Sie spüren nur, dass die Körper sich sympathisch finden - ein wahlloser Zugriff. Später merken sie, dass ihre Seelen keinen Gleichklang haben, dass die Individualität und der Egoismus des Einzelnen einfach zu ausgeprägt ist.

Es gibt allerdings noch Seelen, die bereit sind, eine Beziehung oder eine neue Freundschaft aufzubauen und durchzuhalten.

Birgit: Aber was ist das für eine Entwicklung? Die Vorstellung, dass Menschen immer weniger bereit sind, sich mit Anderen auseinander zu setzen, Kompromisse einzugehen und Vertrauen aufzubauen.

Die Menschen sind lieber alleine und machen die Tür zu, bevor sie womöglich verletzt werden. Was natürlich zur Folge hat, dass sie viele schöne Dinge erst gar nicht erfahren können. Das ist eine Entwicklung, die ist mir fremd.

JOSUA: Dies ist auch nicht positiv ‑ hier spielt der Egoismus eine Rolle: Das Berufsleben ist so stressend, dass man nicht mehr bereit ist, jetzt auch noch von der privaten Seite her ‑ um es jetzt einmal kalt und nüchtern auszudrücken ‑ zusätzlichen Stress zu bekommen. Deswegen beginnt die Suche nach jemanden, mit dem man stresslos leben kann. Und den findet man nicht, weil jeder die gleiche Situation hat.

Nimm deine Tochter: Sie hat zur Zeit viel Stress im Studium. Wenn sie jetzt jemanden findet, den sie sympathisch findet, und auf den ersten Blick sagt, mit dem könnte ich einmal eine Freundschaft probieren, dann wird sie bald merken, dass er den gleichen Stress hat ‑ genau wie sie auch, weil beide natürlich im gleichen Umfeld sind. Jeder in ihrem Umfeld ist gleichermaßen gestresst, weil jeder hier den gleichen Anforderung standhalten muss. Nun sagen sich die Betroffenen, wenn ich diesen beruflichen Stress habe, wenn ich das alles hinter mich bringen muss, dann kann ich nicht auch noch privaten Druck gebrauchen. So zieht sich jeder (wieder) in sich zurück. Im dem Moment, wenn Körper und Seelen anfangen sich zurückzuziehen, beginnt eine Trennung, lösen sich die Verbindungen der beiden Seelen und Körper. Denn die Seele geht, wie soll ich es sagen, die Verbindung zu einem Freund, einer Partnerschaft, anders ein als der Körper.

Normalerweise umarmen sich die Körper und empfinden dabei ein Glücksgefühl, besonders wenn sie sich gerade gefunden haben, wenn das ganze neu ist. Das legt sich ja hinterher etwas, aber am Anfang empfinden sie ein Glücksgefühl, das heißt, die Seelen nehmen Kontakt auf und tauschen sich aus, was eigentlich bedeutet, dass die Energien fließen. Solange nun diese Energien fließen, ist eine Partnerschaft, eine Freundschaft intensiv.

Zieht sich aber eine Seele oder ein Körper zurück, und sagt, „Moment, ich finde dich zwar nett, aber ich habe so viel um die Ohren, lass mich jetzt mal, ich will jetzt nicht“, dann trennt sich die Verbindung.

Heutzutage ist es so, dass Stress über einen langen Zeitraum aufrecht erhalten wird. Eure Wirtschaft, eure gesamte Lebenserhaltung läuft darauf hinaus, gerade bei jungen Menschen, die am Anfang sind und etwas aufbauen wollen, so dass sich keine Partnerschaften und keine Freundschaften finden. Es können keine neuen seelischen Freundschaften gebildet werden und da liegt das Problem, deswegen sind auch die Trennungen so häufig weil man sagt, ich gehe lieber allein, bevor ich jetzt noch einmal den Stress habe. Das ist das, nicht verletzt sein, sondern man bekommt den Stress des anderen zusätzlich ab. Und man ist gar nicht bereit dazu, von dem anderen jetzt auch noch diesen Stress auf sich zu nehmen.

Birgit: Die jüngere Generation unterhält sich auch über dieses Problem, wobei ein weiterer Aspekt hinzukommt, dass nämlich Ängste bestehen, etwas einzugehen und vom anderen verletzt zu werden. Wenn man sich vorstellt, dass alle so denken, dann kann es ja nie mit einer Freundschaft klappen. Irgendwann muss ich auch mal bereit sein, ein Risiko einzugehen. Nur so kann ich erfahren, ob ich mich getäuscht habe oder nicht.

Und wenn alle diese Ängste haben, ist es vielleicht sogar eine gute Voraussetzung dafür, dass man bemüht ist, den anderen eben nicht zu verletzen.

Woher es allerdings kommt, dass Bindungsängste auf so einer breiten Masse existieren, ist mir unklar und vor allem fremd. Ich habe mir in diesem Alter darüber überhaupt keinen Kopf gemacht.

JOSUA: Ja, weil eure ganze Lebensart und -weise anders war.

Birgit: Das meine ich ja, hier ist eine Entwicklung im Gange, die mir unheimlich ist. Wo soll das hinführen?

JOSUA: Es ist die gleiche Entwicklung, die ich eben ansprach. Es ist genau diese Entwicklung. Wo sie hinführt? Es geht so lange weiter, bis eine Generation Seelen kommt und sagt: „So nicht mehr“.

Bedingt durch eure wirtschaftliche Lage ist heute eigentlich jeder darauf bedacht, eine wirtschaftliche Grundlage aufzubauen, sie zu erhalten und ist ängstlich, sie wieder zu verlieren. Die Perspektiven der jungen Leute sind sehr gering, man kann nicht voraus planen, man kann sich nicht wirklich anderen Dingen widmen. So ist klar, dass man Angst vor Verletzungen hat, wenn man jemanden an seiner Situation teilhaben lässt, oder wenn man Emotionen gibt, dass der Gegenüber in seiner Art und Weise verletzt ‑ nicht unbedingt, weil jetzt irgendwelche Dinge erzählt werden, sondern die Verletzlichkeit der Seelen liegt auf einem ganz anderen Gebiet: Nämlich in dem, wie ich es gesagt habe, dass Verbindungen sich immer mehr lösen. Verletzt werde ich erst dann von einer anderen Seele, wenn die Verbindung zueinander kaum noch Bestand hat, erst dann beginnt die Verletzung. Solange die Seelen ineinander fließen und verbunden sind, findet keine Verletzung statt, die länger als vielleicht einen Tag andauert. Natürlich haut jeder mal ins Fettnäpfchen, das ist aber etwas anderes, das ist schnell vergangen, ja.

Marion: Ich würde gerne noch einmal auf den Stress zurückkommen: Du hast gesagt, dass viele aufgrund von Stress eine Beziehungen nicht eingehen. Könnten wir das dahin korrigieren, dass wir sagen, dass viele sich durch die äußeren Einflüsse nicht mehr auf eine Beziehung einlassen, weil ihnen das Innere, der Zugang zu der Emotionalität, verlorengegangen ist? Ich möchte nicht, dass der Eindruck entsteht, dass alles nur an den äußeren Faktoren liegt, denn das, denke ich einmal, könnte zu Missverständnissen führen.

JOSUA: Nun gut, Stress ist ein weitläufiger Begriff, gemeint ist (ursächlich) die wirtschaftliche Lage. Das heißt der Kampf um eurer Überleben, um eure Existenz, um eure körperliche Existenz, die wichtig für ein Wohlbefinden ist. In diesem Existenzkampf ist es nun sehr schwer, miteinander zu gehen, weil du dich innerhalb des Kampfes – einerlei, ob du lernen musst oder ob du in der Arbeitswelt bist ‑ seelisch geschlossen halten musst. Du darfst keine Emotionen zeigen. Es heißt immer nur: „Bitte bleiben Sie sachlich, das hat ja nichts mit Ihnen zu tun, es ist rein geschäftlich:“

Das heißt, der Mensch wird mehr und mehr gezwungen, seine Emotionen zurückzustecken und die Dinge auf eine rein sachliche Art und Weise anzugehen. Und je öfter er das tun muss, umso besser gelingt ihm das. Und dann geschieht es, dass man das nicht nur im Beruflichen oder im Existenzkampf beherrscht, sondern auch ins Private übernimmt.

So, und wenn jetzt z.B. privat eine emotionale Forderung kommt, dann reagiert die Seele wie gewohnt: „Moment mal, ist das jetzt überhaupt gut, wenn ich dieser emotionalen Forderung nachgebe.“

Eigentlich müsste die Seele im Moment der emotionalen Forderung wieder aus sich herauskommen. Viele Jungseelen beherrschen das nicht. Seelen, die schon öfter da gewesen sind, können damit etwas besser umgehen.

Marion: Warum inkarnieren dann nicht solche Seelen, die etwas verändern oder es zumindest versuchen wollen?

JOSUA: Weil andere Nationen Vorrang hatten, die Entwicklung muss doch (global) weitergehen. Aber es passiert doch: Die Generation eurer Kinder ist schon etwas anders, eben so die Jetzige, die jetzt zur Inkarnation ansteht.

Um wieder zum Thema Freundschaft zu kommen: Um die Begrifflichkeit, um dieses Ganze zu verstehen, muss man die Dinge nicht sachlich, sondern philosophisch angehen. Das, was ich beklage, ist eigentlich die Benutzung des Wortes Freundschaft. Man sagt heute so schnell: ein Freund von mir ‑ meint man aber gar nicht so. Ein Freund sollte etwas Besonderes sein, ein Freund muss nicht der sein, mit dem man zusammen lebt ‑ das ist eine Partnerschaft, das ist etwas ganz anderes, die kann man auf mehrere Arten führen.

Eine Freundschaft, eine seelische Freundschaft, eine tiefe Freundschaft, ist eine Freundschaft, in der man sich auf den anderen wirklich verlassen kann.

Birgit: Das ist doch aber ganz praktisch und nicht philosophisch.

JOSUA: Die sogenannte Freundschaften werden sehr schnell als etwas eingestuft, was sie gar nicht sind. Die Philosophie liegt darin, dass erst einmal zu hinterfragen ist, was überhaupt eine Freundschaft ausmacht.

Rolf: Ja, und der Begriff der Entwicklung muss doch auch irgendwo noch seinen Platz finden. Ich habe euer Gespräch jetzt so verstanden, dass man davon ausgeht, dass bereits etwas vorhanden ist, wenn man sich trifft. Ich muss doch aber auch die Möglichkeit haben, dass etwas nach dem Kennenlernen entsteht.

JOSUA: Der Idealweg ist, wenn du jemanden kennen lernst, dass eure, wie sagt ihr so schön, Chemie stimmt. Das muss nicht immer nur Männlein und Weiblein sein, sondern bezieht sich auch auf gleichgeschlechtliche Freunde. Man merkt, wir sind aus dem gleichen Bereich. Dann ist der Anfang diese Freundschaft im Aufbau, das ist richtig. Sie ist dann emotional sehr stark und jede emotionale Stärke lässt sich in eine Entwicklung eingliedern. D.h. sie lässt meistens nach einer gewissen Zeit etwas nach, ist aber noch tief vorhanden und wird irgendwann nicht mehr so zum Ausdruck gebracht. Man kann das fast mit Balzverhalten bezeichnen, ihr wisst, was ich meine: Am Anfang offenbart man sich, um dem Anderen zu zeigen, „Du, ich mag dich“, man versucht, einige Schritte gemeinsam zu gehen, später findet natürlich eine Entwicklung statt und man öffnet sich immer etwas mehr.

Birgit: Und dann sieht man entweder mehr Gemeinsamkeit oder mehr Trennendes.

JOSUA: Genau, und dann beginnt die Phase, in der man lernt, miteinander umzugehen. Und dort offenbart sich eigentlich erst, ob...

Rolf: ...es ein Freund oder kein Freund ist. Genau darauf wollte ich hinaus.

JOSUA: Es gibt Freunde bis zu einem Punkt. Ich kann mit Freunden bis zu einem gewissen Punkt gehen und nicht weiter. Überschreite ich den Punkt, ist er kein Freund mehr und zieht sich zurück.

Rolf: Genau, oder er tut mir so weh, dass ich erkenne, du bist es nicht. So, und bevor ich das mit mir machen lasse, mache ich weiter auf vorherigem Niveau, oder aber ich trenne mich.

JOSUA: Entweder man trennt sich, oder man sagt gut, mit dir als Freund bis zu diesem Punkt, auf diesem Niveau.

Birgit: Das wäre dann mehr eine Kameradschaft.

JOSUA: Ja, und dann gibt es Freundschaften oder Freunde, deren Entwicklung geht immer weiter. Wenn nun ein sehr hohes Niveau erreicht wird, wenn die Grenzen sehr weit liegen, dann sind dies Seelenfreundschaften.

Alle anderen sind neue Freundschaften, weil man im geistigen Reich in gewissen (verschiedenen) Bereichen lebte, wobei die Entwicklung der Seele mit dabei zur Geltung kommt.

Dirk: Du beklagtest anfangs, dass der Begriff Freundschaft zu schnell verwendet wird. Gerade das Beispiel von eben zeigt doch auf, dass es absolut relativ ist, je nachdem, was für zwei Menschen aufeinander treffen.

JOSUA: Relativ, genau. Die Frage in dieser Relativität ist, jetzt kommen wir nämlich genau da hin, wo ich hin will, was ich darunter verstehe, was für mich ein Freund ist, wo lagere ich einen Freund an, wie empfinde ich, wenn ich zu dir sage, du bist mein Freund? Dann kannst du sagen: „Toll, inwieweit bist du mein Freund“?

Wie weit können wir in unserer Freundschaft gehen, wozu bist du bereit. Wo liegen deine Interessen, wo sind unsere Gemeinsamkeiten. Und dann kann es passieren, dass wir als Freunde schnell auf unsere Grenze stossen ‑ trotzdem können wir Freunde bleiben. Aber wie ordne ich den Begriff Freund ein, auf welcher Stufe, auf welchem Niveau beginnt Freundschaft? Wie nenne ich dann den Freund, mit dem ich beispielsweise noch eine Stufe höher klar komme, was ist das für ein Freund? Freund Nummer Zwei?

Dirk: Erstfreund.

JOSUA: Erstfreund?

Thomas: Bester Freund.

JOSUA: Bester Freund? Und dann kommt der allerbeste Freund. Wenn du sagst, das ist mein Freund, das mein bester Freund und dieser hier mein allerbester Freund, wenn man diese Begriffe setzt, kann es passieren, dass du deinen Freund kränkst ‑ in dem du zu einen anderen sagst, du bist mein allerbester Freund.

Dirk: Es geht genauso in die andere Richtung: Wir könnten ebenso gut sagen, wir beide, du und ich, sind jetzt mal gute Bekannte, Kameraden.

JOSUA: So ist es, ja.

Dirk: Und wenn ein Dritter, ein Außenstehender uns kennen lernen und erleben würde, wie gut wir uns verstehen, könnte das für ihn die größte Freundschaft sein, die er je gesehen hat. Für uns ist es vielleicht nur eine Selbstverständlichkeit, weil unser Maßstab sehr hoch ist, so hoch, dass wir beide sagen, unser Verhältnis gleicht einer Bekanntschaft.

JOSUA: Und wir würden ihn enttäuschen,...

Dirk: ...wenn wir ihm sagen würden, dass es halt nur eine Bekanntschaft ist, genau.

JOSUA: Diese Beispiele sind Gefahren von Freundschaften, damit kann man den anderen regelrecht niederschlagen. Sie entstehen dadurch, dass das Niveau unterschiedlich festgelegt und erwartet wird.

Es kommt also darauf an, wie Freundschaft eingeordnet wird: Bereit zu sein und zu erkennen, die Freundschaft mit einem Menschen bis zu einem gewissen Punkt gehen zu können. Wenn das beide tolerieren und akzeptieren, kann es wunderbar laufen.

So geht es dann weiter mit dem Nächsten bis hin zu demjenigen, wo die Freundschaft vielleicht nicht so intensiv ist. Hier muss oder sollte man dann die Toleranz aufbringen und sagen: gut, mit ihm kann ich nur bis zu diesem Punkt die Freundschaft tragen. Vielleicht wäre ich bereit gewesen, eine Nuance höher zu gehen, geht aber nicht, tu ich das, gibt es Verletzungen. Aufgeben möchte ich die Freundschaft nicht, also werde ich sie auf dieser Ebene weiterführen.

Damit sind wir wieder bei der heutigen Beziehungskrise: Man ist nicht mehr bereit, eine Freundschaft individuell zu führen, sondern man setzt ein Level, überschreitet dieses, offenbart sich und sagt: „Du bist mein Freund, du musst dieses verstehen“. Und der andere sagt: „Ich denke gar nicht daran.“ So entsteht die Verletzbarkeit. Die Anerkennung der Freundschaft auf den unterschiedlichen Stufen ist das größte (zwischenmenschliche) Problem, was zur Zeit hier auf Erden besteht. Jeder erwartet sehr viel von einer Freundschaft ‑ und oftmals wird er selbst und andere damit überfordert.

Birgit: Ich sehe eine Problematik darin, dass Freundschaften auf einem flachem Niveau sich allgemein verselbstständigen, dass es zur Normalität wird, und man verlernt, was wirklich Freundschaft bedeutet, wie bereichernd und befriedigend sie sein kann.

Wir sprachen auch darüber, dass man auf Erden ja sowieso keine richtige Freundschaft, so wie im Geistigen Reich, haben kann: In der geistigen Heimat wäre es ganz einfach, da ist alles ganz ehrlich, ganz klar und ganz eindeutig, so dass ich auf Erden diesbezüglich nur auf ein paar Prozenten fahre. Du sagtest, dass dies eine Sichtweise sei, aber sind wir nicht eigentlich hier, um genau diese Freundschaft auf unterschiedlichen Stufen zu lernen? Auch mit oder gerade wegen unserer eingeschränkten Wahrnehmungsfähigkeit?

Ich empfinde es bereichernd, weil jeder Mensch oder jede Seele anders ist. Es gibt viele Menschen, die Aspekte haben, die ich sehr interessant und anziehend finde, mit anderen Aspekten kann ich gar nichts anfangen, die lasse ich außen vor. Ich denke also, man kann viele Bekannte haben, mit denen man unterschiedliche Bereiche genießen kann. Sich wirklich öffnen kann man nur bei ganz wenigen, aber das ist überhaupt nicht schlimm.

JOSUA: Das ist richtig und das ist auch deine Einstellung, deswegen kannst du sie leben. Aber sie ist nicht die Einstellung eurer nachfolgenden Generation. Sie machen sich keine Gedanken darüber. Du hörst es auch, wenn du diese Generation einmal beobachtest: Da heißt es nicht, ich treffe mich mit Freunden, sondern ich treffe mich mit Kumpels. Damit bekommt diese Beziehung, wie soll ich sagen, einen Stempel aufgedrückt.

Mit Kumpels ist heute etwas ganz anderes gemeint, als es früher war. Mit Kumpels konnte ich damals in den Berg fahren, auf einen Kumpel konnte ich mich verlassen. Frag mal die heutige Generation, ob sie sich auf ihre Kumpel verlassen können ‑ höchstens in der Form, dass er pünktlich da ist, um mich abzuholen. Aber wie ist es mit einer Gemeinsamkeit in der Sorge? Wie sieht es aus, wenn es dem Menschen nicht gut geht? Oder wenn er z.B. vom Schicksal getroffen wird?

Rolf: Kumpel bedeutet heute, dass er mir keinen Stress macht. Sollte er dennoch zu stressig werden, gebe ich ihn einfach an der nächsten Ecke ab. So sieht es doch aus. Die freundschaftliche Tiefe ist doch gar nicht machbar, sondern die Kumpels treffen sich pünktlich, finden eine gute Kneipe und haben zwei Stunden Spaß.

Birgit:Wobei die Sehnsucht nach wirklicher Nähe und Verlässlichkeit vielleicht trotzdem da ist.

JOSUA: So ist es, aber nicht mit dem Kumpel: Man sucht vielleicht beim Kumpel und glaubt, dort einen Teil dessen zu bekommen, was man wirklich erwartet.

Die hohe Verletzlichkeit liegt nicht in einer Freundschaft begründet, sondern geschieht unter Kumpeln. In dem Moment, wo einer der Kumpel anfängt und meint, mehr zu sein als ein anderer. Trotzdem haben viele Ängste, dieses Kumpelstadium hinter sich zu lassen oder zu überschreiten.

Natürlich gibt es bei Freundschaften, die sich finden, die sich erst einmal aufbauen müssen, auch Verletzlichkeiten. Man verletzt sich aber nicht bewusst. Die Frage ist, wie geht der Andere in solch einem Moment damit um, inwieweit ist der Andere bereit, sich zu entschuldigen und zu sagen: „Es tut mir leid“. Wie sieht es heutzutage aus? Man lebt in der Verteidigung, und die beste Verteidigung ist der Angriff. Ein Schlagwort, welches ich, entschuldigt mich, mehr als hasse. Ein „Entschuldige, es tut mir leid, dass ich das getan habe“ ist vielleicht schwieriger auszudrücken, aber es vertieft eine Freundschaft ungemein – mehr als wenn ich erwidere: „Ja, und was hast du alles getan...!“

Ich brauche euch hier gar keine Beispiele zu nennen, ihr wisst, wie es ist: Es kommt sofort zu einer Gegenreaktion. Die Welt ist zur Zeit sehr aggressiv, der Wunsch nach Freundschaften ist gar nicht so groß. Was dieser Kreis z.B. beim Thema Freundschaft lernen musste, ist nicht die Freundschaft selbst, sondern zu erkennen, auf welchem Niveau sie sich befindet und sie vor allem auf ein Level zu bringen, weil es viele Freundschaften sind.

Wenn ich nur einen Freund habe, ist das nicht all zu schwer. Wenn hingegen mehrere Freunde auf eine Ebene gezogen werden sollen, stößt man auf Grenzen. Und wenn man dann versucht noch einen Tucken drauf zu legen, ist irgendwo Schluss ‑ bei dem einen früher, bei dem anderen später. Dann gibt es Spannungen, dann muss man genau den Level finden, wo man bleiben kann. Es ist immer der schwächste Punkt, höher geht es nicht. Wenn man alle mitziehen will, muss man erst einmal auf dem Niveau stehen bleiben, wo das schwächste Glied steht und nicht weiter kann.

Das Thema ist noch nicht zu Ende, wir können es ruhig noch vertiefen, weil ich finde es gut, dass die ältere Generation einmal erfährt, was mit der Neuen los ist. Die darauf folgende Generation wird wieder etwas anders gemischt sein.

So, ich wünsche euch allen noch einen gesegneten Abend, helft anderen, dann wird euch geholfen. Geht in Harmonie und in Frieden, GOTT ZUM GRUSS, bitte die Musik.

Es erfolgte die Danksagung und die Verabschiedung seitens des Kreises.

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