zurück Sternenlicht Protokoll Nr. 37 vom 01.09.2001 Download als selbstentpackendes Word97 Dokument


Heute konnten wir den Lichtboten JOSUA in unserer Mitte willkommen heißen. Er meldete sich durch unser Medium Jürgen. Die Durchgaben erfolgten mündlich.

JOSUA: GOTT ZUM GRUSS und sein Segen sei mit Euch. Wie geht es Euch? Wir haben uns lange nicht gesprochen.

(Es erfolgte die allgemeine Begrüßung)

Marion: Der Vollmond macht dir keinerlei Probleme?

JOSUA: Hier unten ist er zu ertragen, angenehmer als oberhalb der Wolken. Sie nehmen viel von der negativen Kraft. Hallo, Dirk.

Dirk: Hallo JOSUA.

JOSUA: Den Urlaub zufriedenstellend beendet?

Dirk: Oh ja. Ich bin gut erholt wieder gekommen. Es war sehr schön in Mexiko, und ich habe sogar eine Frage mitgebracht.

JOSUA: Von dort unten? Das ist ja nicht zu fassen...

Dirk: Vielleicht hast du ja eine Antwort parat: Die alten Mayas und Azteken konnten, ähnlich wie die Ägypter, wunderschöne Pyramiden bauen und sie auch nach den Sternen ausrichten. Wie war dies möglich? Woher hatten sie ihr Wissen?

JOSUA: Das ist schwer in zwei Sätzen zu beantworten: Zum einen war es die Verbundenheit mit der Natur an sich und zum anderen ihre Beobachtungsgabe, ihr Glaube und ihr Interesse für den Aufbau der Welt. Die Seelen waren weitaus begeisterungsfähiger für die materielle Natur, als es heute der Fall ist.

Dirk: War dies eine reine Wissenschaft oder standen sie auch in Kontakt mit dem Großen Geist, mit ihren Vorfahren?

JOSUA: Ich würde das Verhältnis mehr für die wissenschaftliche Seite setzen, sagen wir 70 zu 30. Viele Inspirationen, viele Dinge sind natürlich mit eingeflossen, sogenannte Zufallsentdeckungen, also Energien, die sie durch gewissen Konstellationen, die sie aufbauten, dann erreichten. Dieses war dann mehr der spirituelle Aspekt - weniger der wissenschaftliche. Man konnte diese Dinge zwar nicht erklären, aber man konnte sie empfinden und baute dann nach diesen Empfindungen, denn Messen war ja noch nicht möglich. Man nahm die Dinge als etwas wunderbares an - als ein sogenanntes Wunder. Sonst alles in Ordnung bei dir?

Dirk: Ja, ich denke schon. Es geht voran, aber spruchreif ist noch nichts.

JOSUA: Der alte Skeptiker, nicht? Wir wünschen dir hier auf jeden Fall viel Glück. Ich werde dir aber keine Zukunftsprognosen geben. Falls dir dieses im Hinterköpfchen herum schwirren sollte, vergiß es.

Dirk: Das kann man doch bestimmt aus dem Mayakalender ablesen...

JOSUA: Du kannst es ja mal versuchen. So, Birgit, kommen wir zu dir, bevor Dirk noch "intensiver" wird. Wie geht es dir, alte Schottin? Begeistert das Land durchwandert?

Birgit: Ja, das Land ist wunderschön, das Wetter war es nicht.

JOSUA: Es war sehr feucht von oben, nicht?

Birgit: Ja, und vor allen sehr frisch. Seelisch bin ich stabil. Körperlich geht es nicht ganz so gut. Wir wundern uns zur Zeit, wie schwer es ist, ein Lehrer zu werden. Einerseits suchen sie fähige Leute aus der Wirtschaft, aber andererseits passen die Auswahlverfahren, die Termine usw. nicht zu den üblichen Kündigungsfristen der freien Wirtschaft.

JOSUA: Das Bildungsgesetz, das zur Zeit in diesem Lande praktiziert wird, ist sehr komplex und sehr undurchsichtig. Die Problematik ist, daß hier jeder irgendwo sein Süppchen mit kochen möchte. Auf der einen Seite ruft man nach Fachwissen, die Schüler verlangen nach einer gerechten Ausbildung, und auf der anderen Seite fürchten viele Leute um ihre gesicherte Existenz, weil sie merken, daß sie eigentlich gar nicht mehr kompetent sind. Es war, soweit ich hier informiert bin, auch die Sprache darüber, daß z.B. Lehrkräfte nach Leistung honoriert werden sollen.

Birgit: Ja, im Hochschulbereich ist das so.

JOSUA: Ja. Man verlangt von den Lehrern eine praktische Erfahrung, man spricht davon, daß man solche Kräfte sucht, und findet dann wieder eine Lücke, wo man diese Lehrer eigentlich gar nicht einstellen kann, weil das Budget oder Sonstiges nicht ausreicht. All diese Dinge sind dumm, negativ und es ist schwierig, gerade innerhalb der deutschen Bürokratie, diese Sache auszumerzen. Bis das durch ist, dauert es. Die deutsche Gesetzgebung - gerade die Deutsche, entschuldige wenn ich das so sage - mahlt unwahrscheinlich langsam in den Dingen, die wichtig sind, weil jeder eigentlich nur seine eigene Sicherheit und Existenz sucht.

All das, was verändert werden soll, wird erst einmal mit einem Wehgeschrei angenommen. Und jeder, der vielleicht vergessen wurde, gefragt zu werden, schreit dann am lautesten und verhindert dementsprechend schnelle Schritte. Man muß hier viel Geduld haben und auch für seine Interessen hartnäckig kämpfen.

Rolf? Bist du da?

Rolf: Ich bin hier, ja.

JOSUA: Ich weiß, du bist ziemlich am Ende und wartest eigentlich nur auf den Tag, an dem es losgeht (in den Urlaub).

Rolf: Ich glaube, das ist schon gar kein Zustand mehr. Ich versuche, dem immer noch etwas Positives abzugewinnen und sage mir, wenn es schon da ist, dann muß es ja auch irgend wofür gut sein.

JOSUA: Manchmal sind Dinge da, um mit ihnen fertig zu werden und um aus solchen Situationen das Beste zu machen, zu kämpfen, sich nicht fallen zu lassen, sondern: Wenn man etwas erreicht hat oder etwas positiv beendet hat, daß man dann daraus die Kraft zieht, um vielleicht auch noch den kleinen Schritt des letzten Stückes bis zur vollendeten Harmonie kraftvoll gehen zu können. Man kann sich gegen diese Dinge auch aufbäumen. Wenn man aber bedenkt, daß die ganze Sache für euch nur noch sechs Tage dauert, so denke ich doch, daß man hier mit etwas mehr Optimismus in die Zukunft schauen sollte.

Ich bin kein Geistwesen, welches gerne die Bibel zitiert, aber es gibt gute Tage, und es gibt schlechte Tage. Man spricht von den sieben fetten und von den sieben mageren Jahren. Dieses muß sich nicht immer gleich auf Jahrzehnte ausdehnen, aber es gibt auch mal Zeiten, wo alles etwas magerer zu sehen ist.

Rolf: Ich bin auch nicht ungeduldig und ich glaube, daß das Ganze jetzt verarbeitet wird.

JOSUA: Und du, wie geht es dir?

Betty: Besser.

JOSUA: Ja oder magst du jetzt nicht darüber sprechen? Komm einmal her. Es ist doch alles vorbei. Es ist alles positiv verlaufen.

Betty: Dafür danke ich euch.

JOSUA: Du mußt nicht danken. Sei stark in dir.

Betty: Das bin ich ja eigentlich auch, aber die Schwingung hier, "haut" mich um.

JOSUA: Das kann ich verstehen.

Marion: Mir geht es gut.

JOSUA: Das freut mich ungemein. Momentan gefällst du mir wirklich.

Marion: Danke.

JOSUA: Mir persönlich geht es sehr gut. Wir haben uns eine Zeitlang zur Meditation, zur Selbstfindung, zur Reinigung zurückgezogen, sind jetzt wieder froh aller Dinge, die geschehen werden, und denken auch von geistiger Sicht aus, daß wir frohen Mutes weiterarbeiten können.

Dirk: Ich habe einen Gruß aus Indonesien von Anton. Er war lange inaktiv, hatte Probleme mit seinem PC und fragt, ob das ein Übergriff des Negativen gewesen ist.

JOSUA: Nein, es war mehr die Technik.

Dirk: Das zweite ist so etwas wie eine sehnsüchtige Bitte: Er bittet dich darum, bei ihm einmal anzuklopfen und "Hallo" zu sagen. Er setzt sich sehr für die Verbreitung unserer Inhalte in Indonesien ein und möchte damit einen Gruß von Freund zu Freund bezwecken. Hast du hier irgendwelche Möglichkeiten?

JOSUA: Ich werde mir etwas überlegen, weil ich den direkten Kontakt mit ihm nicht aufnehmen kann. Hier sind Grenzen. So wie er es sich wünscht, ist es mir nicht möglich, aber ich werde mir etwas überlegen, um ihm ein Zeichen zu senden.

Dirk: Ich denke, da wird es sich freuen.

JOSUA: Er hat es verdient, er ist wirklich sehr aktiv.

Birgit: Ich habe eine Frage von I.

JOSUA: Wie geht es meiner I.? (Schmunzelnd:) Sie gibt keine Ruhe. Sie ist immer noch auf der Suche. Ich glaube, ich nehme ihr mal die Schubladen weg...

Birgit: Ich soll dich schön grüßen. Sie möchte gerne wissen, ob Eugen Drewermann mit Pater Pius zusammenarbeitet, einem Geistwesen, das in seiner letzten Inkarnation auf Erden 50 Jahre lang stigmatisiert war und am 26.09.1946 zu euch gekommen ist.

JOSUA: Sie stehen in Kontakt, das ist richtig. Herr Drewermann ist in seinen spirituellen Ansichten schon sehr weit, aber er kann den kirchlichen Faktor nicht ganz von sich weisen - auch wenn er mit der katholischen Kirche sehr hadert. Ihm geht es jetzt so, wie es mir damals erging. Aber das mit dem Pater ist schon richtig. Auf Grund der Stigmata, die er hatte, ist er noch sehr der Kirche zugetan. Er fährt selbst im Geistigen Reich noch sehr eingleisig.

Es ist im übrigen ein Problem - und hier kann ich aus Erfahrung sprechen - daß man die Dinge, an die man im materiellen Leben sehr fest geglaubt hat, im Geistigen Reich nicht gleich an die Seite legen kann, so daß man das Ganze universell sieht. Man betrachtet es immer noch aus einer gewisse Richtung. Es dauert lange, bis man bereit ist, auch andere Denkweisen mit einzubeziehen. Man hat immer noch das irdische Denken und das Gefühl, Christus und Gott gegenüber unterwürfig sein zu müssen. Genau das ist es, was Pius Drewermann noch vermittelt.

Die spirituellen Ansichten, die jetzt von Herrn Drewermann mit hineinfließen, sind sehr positiv, und solange er die rein kirchlichen Dinge herausfiltern kann, ist es gut. Aber Drewermann ist trotz seines Kampfes gegen die katholische Obrigkeit immer noch ein guter Katholik - lasse es mich so sagen.

Rolf: Das heißt auch, daß Eugen Drewermann mediale Fähigkeiten hat?

JOSUA: Ja, die hat er auf alle Fälle. Er hat Schritte eingeschlagen, die manch einer nicht hätte beschreiten können: Sich so gegen die Obrigkeit aufzulehnen, gerade wenn man in dieser Obrigkeit gefangen ist. Vor ein paar hundert Jahren hätte er dieses nicht überlebt.

Marion: Du hast eben gesagt, daß die Seele auch noch weiterhin von dem geprägt ist, woran sie hier im Materiellen geglaubt hat. Was muß geschehen, damit die Seele von diesen Dingen losläßt?

JOSUA: Viele Situationen, Erfahrungen müssen auf sie einströmen, die dann das Gedankenbollwerk öffnen. 60 Jahre reichen hierzu nicht aus. Ich habe ungefähr 150 Jahre nach eurer Zeitrechnung gebraucht, bis ich bereit war, die Dinge offener zu sehen und Gott und Christus nicht mehr zu personifizieren.

Birgit: Geschieht dies im Geistigen Reich oder durch Inkarnationen?

JOSUA: Dieses kann durch Inkarnationen geschehen. Dann geht es schneller. Bleibt er aber im Geistigen Reich, weil er meint, hier eine gewisse Führung geben zu müssen, so wird es länger dauern.

In seiner Führungsaufgabe durchschaut er, daß die Kirche nicht das Fundament ist, und trotzdem hält er stark an ihrem Glauben fest. Pater Pius durchschaut die Kirche als Institution, daß sie eigentlich auf einem Podest steht, von dem sie eine gewisse Dominanz ausübt. Dieses kreidet er an, aber den Glauben selbst, den kirchlichen Glauben an Christus und an Gott hat er noch genauso, wie er ihn gelehrt bekommen hat.

Dirk: Wie würdest du die Beziehung, die Einstellung zu Gott und Jesus charakterisieren? Wie sollte sie sein, wenn nicht unterwürfig und personifiziert?

JOSUA: Offen und tolerant - allen anderen Denkweisen gegenüber und auch sich selbst gegenüber, sich seinem Dasein bewußt zu sein, die Wichtigkeit jeder einzelnen Seele innerhalb des großen Räderwerkes sehend, ohne dabei eine Demut im Sinne von Unterwürfigkeit (nicht: im Sinne von Respekt und Achtung) gegenüber etwas sogenannten Höherem anzustreben. Sobald ich beginne etwas in dieser Demut zu vergöttern, verliere ich meine Objektivität gegenüber den Anderen und mir selbst gegenüber.

Ein gutes (bzw. schlechtes) Beispiel ist die Arbeit der Missionare: Sie predigten die Liebe Gottes. Und wenn die sogenannten Heiden an die Liebe ihres Gottes nicht so richtig glauben wollten, dann gab es etwas hinter die Ohren. Das ist genau der Punkt. Ich kann die Worte, die ich verbreite, nicht mit Gewalt verbreiten, wenn ich genau von dem Gegenteil, nämlich der Gewaltlosigkeit, der Liebe rede. Hier sind die Mohammedaner ehrlicher, wenn sie sagen, daß sie den Glauben mit dem Feuer und dem Schwert verbreiten.

Rolf: Erkenntnisse können nur durch Erfahrung kommen. Wären diese im Geistigen Reich Erfahrungen von Außen, von andere Seelen oder Geistwesen?

JOSUA: Ja, wenn ich mich den Geistwesen, den Seelen widme, die aus dem materiellen Leben zurückkommen, indem ich die Erfahrungen und die Sichtweisen von zurückkehrenden Seelen erst einmal annehme, und sie für mich einordne. Wobei es schwieriger ist, aus dem, was ich höre, zu lernen als aus dem, was ich selber erfahre.

Kümmere ich mich aber nicht (einmal) um die Seelen, die zurückkommen, so bleibe ich extrem lange in meiner Denkweise gefangen. Und hiervon gibt es viele.

Rolf: Ist es möglich, durch Erfahrungen zu lernen, die eine Seele aus einer höheren Sphäre gemacht hat?

JOSUA: Nein, weil hier greift wieder das alte Prinzip, so wie es auch auf Erden war: Wenn z.B. eine kirchlich geprägte Seele im Sommerland nach einiger Zeit in der Lage ist, mit uns zu kommunizieren - die Kommunikation findet ja ohne direkten Kontakt statt, weil sie uns ja nicht sehen kann - baut sie sich sofort wieder etwas Göttliches auf genau wie im materiellen Leben.

Rolf: Diese Seele würde dich also vergöttern, als etwas Göttliches betrachten?

JOSUA: Sie würde mich zumindest für einen sehr hohen Engel halten, weil sie ja dieses Denken hat. Erst wenn diese Seele sich für etwas anderes öffnet, wenn sie sich also sagt, hier ist ein verklemmtes Denken vorhanden, wenn sie die Einsicht bekommt, daß sie sich innerhalb dieses Göttlichen befindet, daß sie ein Teil davon ist und weder zur rechten Seite von Gott sitzt, noch in Frieden ruht, sondern wenn sie schließlich erkennt, daß das Göttliche sehr aktiv ist, öffnet und nähert sie sich dem wirklichen Dasein. Aber das sind Wege, Freunde glaubt es mir, die sind sehr, sehr lang.

Birgit: Die zurückgekehrte Seele ist dann sicherlich mit Geistwesen zusammen, die ähnlich denken. Und dadurch ist doch praktisch keine Öffnung möglich

JOSUA: Genau, jeder sucht seinesgleichen. Die Seele bekommt dann natürlich Bestätigung von den Seelen, zu denen sie sich hingezogen fühlt und die ihr Recht geben. Sie haben die gleiche Auffassung und kommen nicht auf die Idee, daß sie eigentlich gar nicht ruhen, so wie sie es ihr Leben lang gepredigt haben.

Rolf: Das erklärt, warum es so schwierig ist, sich aus dem eigenen Umfeld heraus für andere Dinge zu öffnen.

JOSUA: Das Wort allein ist nicht immer unbedingt das, was die Entwicklung fördert, die Erfahrung bringt sie schneller voran. Irgendwann haben auch Worte für dich eine Bedeutung, und du ordnest sie ein in deinem Leben, aber es ist einfach nicht vergleichbar.

Ich nehme einmal ein Beispiel: Wenn ich dir erzähle, daß es weh tut, wenn du vor diesen Schrank läufst, sagst du, daß du dir dieses vorstellen kannst. Wenn du dann tatsächlich vor diesen Schrank läufst und die Erfahrung machst, wie weh es wirklich tut, dann ist dies eine ganz andere Erkenntnis.

Marion: Weil er in dem Moment ein Gefühl, den Schmerz dazu empfindet.

JOSUA: Ja, und so ist es auch bei der Erziehung. Die Eltern geben den Kindern immer gute Vorsätze mit auf den Weg, daß sie z.B. hier und da vorsichtig sein sollen...

Rolf: ...was aber die eigene Erfahrung nicht ersetzt.

JOSUA: Wenn wir schon einmal bei diesem Thema sind. Oftmals kommt bei schweren Erfahrungen die Kritik, wie der "liebe Gott" dieses zulassen konnte. Auch in diesen Fällen haben vorher viele Geistwesen gesagt, daß du die Erfahrung, z.B. vor ein Auto zu laufen oder von einem Baum zu fallen, nicht haben mußt. Das tut weh, das bringt dir nicht all zu viel. Dann sagte die betroffene Seele: "Das ist in Ordnung, aber ausprobieren möchte ich es trotzdem". So und dann passiert es, daß so ein Kind von einem Auto überfahren wird, oder von einem Baum fällt, oder ihm sonst ein schweres Leid geschieht. Allein aus der Tatsache heraus, diese Erfahrung machen zu wollen. Und so eine Erfahrung hat jede Seele irgendwann einmal mitgemacht, weil sie es erfahren muß. Die Seelen brauchen die praktische Erfahrung.

Rolf: Was ja auch mit ein Grund ist, warum diese Materie erschaffen worden ist.

JOSUA: Richtig. So wie du positive Erfahrungen aufnehmen kannst, so kannst du auch negative Erfahrungen aufnehmen, damit du den Vergleich hast. Und du kannst dann hinterher zu mir sagen: "JOSUA, mein Freund, du hast Recht gehabt, es tut sehr weh, wenn ich vor einen Schrank laufe". Und dann kann ich zu dir sagen: "Das weiß ich, weil ich die Erfahrung schon gemacht habe." Manchmal ist es wichtig, daß man eine persönliche Erfahrung machen muß.

Dirk: Du sprachst davon, daß du einen Selbstfindungsprozeß durchlaufen hast. Vor einiger Zeit erwähntest du das Tal der Ruhe. Was fließen hier für Erfahrungen ein?

JOSUA: Das sind für mich keine Erfahrungen sondern Auswertungen. Ich habe Erfahrungen innerhalb der Materie gemacht. Ich habe Dinge entschieden, die für mich sehr schwierig waren. Diese Dinge waren für mich eine Erfahrung. Eine Erfahrung, die ich für mich auswerten mußte. Dafür ist das Tal der Ruhe sehr gut geeignet. Ihr dürft eins nicht vergessen: Ich lerne schneller durch euch. Es ist also gar nicht so uneigennützig, was ich hier tue. Ich muß damit leben, auch einmal Erfahrungen zu machen, Wege zu beschreiten, die normalerweise riskant für meine Sphäre sind und die auch dazu führen können, daß ich eine Erkenntnis erhalte, die meiner jetzigen oder weiteren Entwicklung entgegen wirkt.

Birgit: Eine Erkenntnis kann auch in die andere Richtung gehen?

JOSUA: Ja, wenn es eine falsche Erkenntnis ist. Wenn ich auf Grund dessen nun einen Weg einschlagen oder Handlungen begehen würde, die nicht rechtens sind, bei denen ich z.B. meine eigene Kompetenz überschritten hätte, so wären hier doch Konsequenzen für mich eingetreten.

Marion: Also ähnlich einer Inkarnation?

JOSUA: In dem Fall schon: Eine Blitzinkarnation - und gleich wieder zurück.

Dirk: Dann wäre das Tal der Ruhe gleichzusetzen mit dem der Karmischen Rat, oder?

JOSUA: Da war ich vorher, bevor ich zum Tal der Ruhe gegangen bin.

Rolf: Geschieht die Auswertung im Tal der Ruhe dann aus dir heraus oder auch durch eine vorhandene Begleitung?

JOSUA: In diesem Fall geschah es aus mir heraus, weil ich unwahrscheinlich viel Klarheit bekommen hatte.

Rolf: Positive Klarheit?

JOSUA: Ja, positive Klarheit. Ich habe also etwas getan, was für mich im Endeffekt - was ich vorher nicht absehen konnte - positiv verlaufen ist. Diese Erkenntnis, es immer wieder in mir entstehen und reifen zu lassen, zu hinterfragen, ob es richtig war oder nicht und was ich schließlich aus dieser Handlung gelernt habe, hat einige Zeit gedauert. Und da wir etwas länger für unsere eigenen Erkenntnisse brauchen, für die Umsetzung, bis sie wirklich in unserem Wissen mit aufgenommen sind, hat dieses fast zwei Monate gedauert.

Rolf: Ist dieses unterm Strich für euch und für uns mit einer positiven Emotion verbunden oder ist es einfach nur eine Erkenntnis?

JOSUA: Positiv, eine positive Emotion und diese sollte dann auch dementsprechend gefeiert werden.

Betty: Das kann ich nur bestätigen.

JOSUA: Entstanden ist das Ganze durch die Forderung des materiellen Arbeitskreises oder mehrerer einzelner Personen und bedingt dadurch, daß ich die Möglichkeit habe, durch ein Medium zu sprechen und somit eine Handlung begehen kann, die ich aus dem Geistigen nicht so hätte treffen können. Treffen schon, aber nicht mit dieser Wirkung. So kann ich handeln, genau wie ihr.

Marion: Generell wäre dies doch auch eine Gefahr für die Geistwesen, die durch ein Medium arbeiten.

JOSUA: Ich begebe mich natürlich in Gefahr, auf den Weg eine negative Erfahrung zu machen, oder eine Fehlinformation, ein Fehlleiten zu geben und muß dann dafür die Konsequenzen tragen.

Wenn du heute viele Schulden machst, dann wirst du die Konsequenzen tragen müssen. Du mußt diese Schulden abarbeiten, abbezahlen. So ist es bei uns auch.

Natürlich kann ich durch mein Verhalten oder durch meine Handlungen innerhalb des Kreises oder bei Einzelnen, vor allem aber wenn ich ohne einen Kreis durch ein Medium arbeiten würde, viel Unheil anrichten - noch nicht einmal aus Boshaftigkeit sondern aus Unwissenheit oder aus purem Egoismus, aus der Engstirnigkeit heraus.

Die Möglichkeit, falsche Hinweise zu geben, was den Lebensweg eines anderen Menschen oder einer andere Seele betrifft, dem bin ich genauso unterworfen wie alle anderen auch. Ich kann zwar davon überzeugt sein, richtig gehandelt zu haben, aber die universelle Übersicht habe ich noch nicht in dem Moment. Vor allen Dingen nicht, wenn es, wie es bei mir war, aus der Emotion heraus geschieht. Denn von der Logik her hätte ich mich heraus halten müssen.

Aber es ist eine wichtige Erfahrung, und ich empfinde sie als unwahrscheinlich positiv, auch wenn ich lange mit dieser Entscheidung oder Handlung habe fertig werden müssen, um mir klar darüber zu werden, was ich getan habe. Ich habe seit Hunderten von Jahren nicht mehr so eine Erfahrung gemacht. Könnt ihr euch das vorstellen? Ich empfinde dies im Nachhinein so etwas von faszinierend.

Rolf: Deine Empfindung können wir wahrscheinlich nicht nachvollziehen.

JOSUA: Wenn ihr euch ein Brot mit Butter bestreicht, dann macht ihr dieses einfach. Das ist für euch selbstverständlich, etwas alltägliches. Gib mir ein Brot, ein Messer und Butter, und ich bestreiche es. Das ist für mich eine Erfahrung, die ich Hunderte von Jahren nicht mehr getan habe.

Marion: Wie am Strand: Ihr könnt euch zwar das Meer vorstellen, aber dennoch ist es für dich immer noch ein Unterschied, wenn du durch dein Medium am Meer stehst und es wahrnehmen kannst.

JOSUA: Und dann noch dieses Gefährt ohne Pferde (Auto). Das sind für mich Erfahrungen.

Viele Geistwesen, die solange im Geistigen Reich sind wie ich, stehen diesen Dingen mit einer Distanz gegenüber. Bitte, das ist legitim. Ich habe mir dieses bewahrt. Ich möchte es wieder empfinden. Aber ich bin feige: Ich muß ja nicht gleich wieder, nur um dieses zu empfinden, eine Inkarnation machen. Ich habe den bequemeren Weg gewählt, ja.

Rolf: Stehen andere Geistwesen dem eher skeptisch gegenüber?

JOSUA: Sagen wir es so: Sie empfinden manche meiner Empfindungen als etwas kindisch. Es fehlt ihnen die mögliche Ernsthaftigkeit, die Distanz dem Menschen gegenüber. Ich versuche allen Menschen, die mir zuhören oder die mir begegnen, etwas zu geben - nämlich etwas Vertrautes.

Viele Geistwesen erscheinen durch Medien und versuchen etwas Höheres darzustellen, zu zeigen, daß sie über den Dingen stehen und daß sie eine höher entwickelte Seele sind. Diese Art liegt mir nicht. Mit meiner Art treffe ich natürlich nicht bei jedem auf Gleichklang - Seelen eingeschlossen, gerade in der siebten Sphäre, gerade hier.

Aber es ist meine Einstellung, diese Dinge, dieses Empfinden mit den Seelen zu teilen und zwar so, wie die Seele, mit der ich spreche, gerade ist. Ich muß ihr nicht zeigen, daß sie noch lange auf Erden zu wandern hat, bis sie dort ist, wo ich bin. Das wäre für mich Arroganz.

Es gibt aber auch die positive Form, denn das Wissen dieser Seelen ist vorhanden, und es mag auch richtig sein, daß vielleicht ein Lichtbote mehr über den Dingen stehen sollte. Nur, was nützt mir die Ehrfurcht - mehr Furcht als Ehr - derjenigen, die dann meinen Worten lauschen, sie bedingungslos annehmen und sie falsch umsetzen. Hierdurch würde ich mir doch selber etwas aufladen.

Es ist doch wirklich besser, ich rede mit euch Seelen, Menschen so, wie ihr mich verstehen könnt, ohne euch das Gefühl zu geben, daß ich ein Lichtbote bin. Deswegen weigere ich mich immer oder tue mich schwer, darüber Auskunft zu geben, in welcher Sphäre ich bin. Es ist irrelevant. Es zählt, was dahinter steht, was ich erreiche.

Rolf: Du hast dir als Lichtbote eine gewisse Natürlichkeit bewahrt, zumindest wenn du mit uns zusammen triffst. Ist das denn nicht auch eine Erfahrung, die du weitergeben kannst? Daß du durch deine Natürlichkeit vielleicht mehr erreicht hast, als ein Geistwesen, das mit seiner siebten Sphäre immer nur um sich wedelt, wenn ich es einmal so banal ausdrücken darf?

JOSUA: Natürlich hören sie sich meine Erfahrungen, meine Erkenntnisse an, und ich höre mir ihre Erfahrungen, Erkenntnisse an, denn sie haben in ihrer Art natürlich auch Seelen gefunden.

ELIAS war z.B. mal ein Lichtbote, der genau auf diesem Niveau arbeitete. Er ist auch heute noch auf dem Standpunkt, daß ein Lichtbote oder ein Lichtträger über den (materiellen) Dingen stehen sollte. Er soll den Menschen mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen Hilfe anbieten. ELIAS trat immer als Lehrer auf, und ein Lehrer ist eine Autorität. Die Schüler sollten ihn auch als eine solche betrachten - nicht so wie es heute in euren Schulen der Fall ist, und viele Lehrer auf Grund der Gesetzeslage als Hampelmänner empfunden werden.

Ich war dann derjenige, der nicht vorne am Pult steht und mit dem Stock klopft, sondern sich dazwischen setzt und sagt: "Laßt uns doch diese Dinge ausdiskutieren oder darüber reden." Das sind meine Erfahrungen, die ich an die Lichtboten weitergebe und bei denen ich ihnen sage, daß ich dieses so gut finde. Dann sagen sie, daß dieses für mich in Ordnung ist und daß die Erkenntnis meinen weiteren Weg begleiten möge. Sie erzählen mir dann von ihren Erfahrungen.

Jetzt kann ich natürlich die Erfahrungen, die sie gemacht haben - was mir oft passiert ist - für mich annehmen und anwenden. Aber sie entsprechen nicht meinem Naturell. Ich kann dies nicht. Ich habe auch versucht, einen Kreis als Lehrer zu führen, aber als ich Worte bekam, die da waren, "deine Worte sind zu heilig", da klingelten bei mir irgendwo die Glocken, wenn ich dieses einmal so salopp ausdrücken darf. Da habe ich mir gesagt, daß ich dieses nicht will, weil Menschen, die meine Worte hören und so denken, fanatisch werden. Sie lassen keine anderen Dinge mehr zu. Somit fühlte ich mich schuldig, etwas zu dogmatisieren - und ich möchte nicht dogmatisieren.

Rolf: Das würde doch aber unterm Strich heißen, daß du selbst bis in deine Sphäre hinein, dir einen Hauch von Individualität bewahrt hast?

JOSUA: Jeder Lichtbote, ich möchte dieses hiermit noch einmal klarstellen, ist individuell. Erst wenn du das Individuelle ablegst, zum Lichtträger wirst, sieht dieses anders aus - erst wenn die Verschmelzung der Dualseelen beginnt, wenn die Seele abgelegt wird.

Dirk: Was hat man dann für eine typische Charakteristik? Deine Individualität ist z.B. deine Offenheit. Du bist mitten unter uns, woraus meines Erachtens auch eine natürliche Autorität wächst. Man könnte dich also mit einer natürlichen Autorität, Offenheit, ein wenig Kumpel, Freund - so in dieser Richtung etwa - beschreiben. Wenn du dieses Individuelle jetzt ablegen würdest, wie würde man die Energie, diese Wesenheit ausmalen, charakterisieren können? Wie ist sie dann?

JOSUA: Sie ist offen, so wie ich und über den Dingen stehend so wie der Andere. Hier fließen zwei Komponenten, nur als Beispiel, ineinander. Das Resultat kann ich dir nicht sagen. Ich bin noch nicht dort. Ich kann es dir nicht erklären. Ich bin auch noch weit davon entfernt, meine Individualität aufzugeben.

Birgit: Könnte man auch sagen, daß man dann das Persönliche aufgibt?

JOSUA: So ist es geplant. Es hört auf. Ich denke dann nicht mehr als JOSUA, sondern ich denke dann kollektiv.

Dirk: Wir sprachen einmal davon, daß wir alle aus der einen Energie kommen, aus dem Kollektiv, und daß es unser Weg ist, wieder dorthin zurückzugehen. Man kehrt zurück zum Kollektiv und gibt dann seine Individualität auf, gut. Irgendwo möchte man aber schon wissen, wie es dann ist. Ich befinde mich auf einem Weg zu etwas Gemeinsamen, aber ich weiß noch gar nicht genau, was mich dort erwartet...

JOSUA: Lasse es mich so sagen: In dem Moment, wenn es geschieht, daß ich meine Individualität aufgebe, kann ich auf der einen Seite so sein wie jetzt, kann aber auch gleichzeitig - im nächsten Moment - über den Dingen stehen und direkt wirken.

Ein Lichtträger, der z.B. sich innerhalb eines Kreises meldet, wenn er dieses überhaupt tun sollte, ist sehr, sehr direkt. Die Ausstrahlung, die er hat, ist enorm und gewaltig, und es bleibt immer ein Demutsgefühl zurück. Ein Lichtträger, mit dem ich mich z.B. jetzt verbinden würde, könnte sein wie ein Kumpel, so sagt ihr doch, aber dennoch über den Dingen stehend. So stelle ich es mir vor. Ich weiß es nicht. Ich habe es selbst noch nicht erlebt. Man muß bereit sein, die Individualität aufzugeben und dieses kann ich noch nicht. Nicht solange ich bei euch bin.

Marion: Eine andere Frage wäre, wie damit ein Medium zurecht kommen würde, wenn sich regelmäßig ein Lichtträger meldet? Es ist doch ein Unterschied, ob ich mit einem Lichtboten arbeite oder ob es ein Lichtträger ist.

JOSUA: Der Energieschock für das Medium ist gewaltig, und es bedarf auch einer langen Regenerierung und Betreuung für die Seelen, die mit diesen Dingen konfrontiert wurden. Die Möglichkeit, die Seele komplett aus dem Körper zu ziehen, besteht ja nicht. Es bleibt immer eine Verbindung (über die Silberschnur) vorhanden. Das heißt, die Seele würde in dem Moment mit Schwingungen konfrontiert, in denen sie sich noch lange nicht befindet. Diese Schwingung empfindet sie als schwermütig, auch wenn sie noch so positiv ist. Man sollte dem Medium dies nach Möglichkeit ersparen.

Marion: Es geschieht bestimmt nur in Ausnahmefällen.

JOSUA: Ja. Die Hoffnung und der Sinn liegt darin, etwas mit aller (positiven) Gewalt zu retten. Eine letzte Möglichkeit zu gewähren, hier einen positiven Weg einzuschlagen oder besser gesagt, den positiven Weg nicht zu verlassen.

Betty: So wie es damals bei der Verabschiedung von REA-RITA der Fall gewesen ist.

JOSUA: Ja.

Birgit: Sollen wir thematisch noch ein bißchen arbeiten?

JOSUA: Was möchtest du denn thematisch noch machen?

Birgit: Über den Sinn des Lebens sprechen. Ich habe in dem Zusammenhang eine Aussage aus einer Zeitschrift: "Wo Licht ist, ist auch Schatten, und nur wo beides ist, sind wir vollkommen."

JOSUA: Korrekt, zumindest was das materielle Leben anbelangt, ja. Der Sinn des Lebens, wenn wir jetzt die Materie als Leben bezeichnen wollen, liegt einzig und allein darin, um das Dasein der Seelen zu erklären. Oder besser gesagt, um dem Dasein der Seelen oder des Geistes einen Sinn zu geben. Der Sinn liegt nur in der Vergleichsmöglichkeit. Wie soll ich Vergleiche ziehen, wenn sie mir nicht geboten werden?

Ich kann mir und so gibt es ja auch viele Schriftsteller bei euch, Geschichten, Möglichkeiten ausdenken. Für ein Geistwesen ist dieses überhaupt nicht schwer. Er lebt in einer, wie ihr sagt, Traumwelt. Ich befinde mich dort, wo ich sein möchte. Ich baue mir mein Umfeld so auf, wie ich es möchte. Wo ist da der Gegensatz zu meiner Traumwelt? Also inkarniere ich auf Erden, um den Sinn zu finden, ob meine Traumwelt wirklich dieser Traum ist. Ich werde dann mit Dingen konfrontiert, die gänzlich anders sind und die meiner heilen Welt überhaupt nicht mehr entsprechen. Ich habe vielleicht hier Erfahrungen gemacht, die die Menschen als negativ empfinden, habe sie mir herbei gewünscht, wollte sie auch durchleben, um den Gegensatz zu erkennen, aber dann geht es mir wie Rolf, der dann sagt, "warum tue ich mir dies an? Nie wieder tue ich es." Leidige Erfahrungen die er - jetzt als Beispiel zu sehen – heute macht, hat er im Geistigen Reich als etwas ganz berauschendes empfunden, so daß er diese Erfahrung unbedingt machen wollte. Jetzt liegt die Erkenntnis vor, daß diese Erfahrung doch ziemlich schwierig zu erfahren war. Bei jedem von euch ist es so, ich möchte dich hier jetzt nicht...

Rolf: Nein, nein, das ist schon in Ordnung so. Ich diene immer gerne als Beispiel.

JOSUA: Jeder hat sich auf diese Art und Weise eigentlich mit seinem Traum hier auf Erden auseinander zu setzen. Jeder Schriftsteller, der seine Geschichte aufschreibt, versucht sie zu vollenden, zu erfahren. Und sei es nur die Erfahrung, daß der Schritt, so wie ich ihn mir gedacht habe, nicht so einfach funktioniert.

Dirk: Aber ist es nicht relativ, welche Welt ich als Traumwelt und welche ich als Realwelt bezeichne?

JOSUA: Das ist relativ! Das ist philosophisch zu sehen, mein Freund. Auch du kannst dich hier in einer Traumwelt befinden, fern ab jeglicher Realität.

Dirk: Ich war jetzt mehr bei der Traumwelt im Geistigen Reich. Ich kann es mir so aufbauen, wie ich es gerne hätte und wenn jetzt ein zweites Geistwesen zu Besuch kommen würde, dann würde es doch sicherlich diese Welt genau so miterleben.

JOSUA: Es hat die gleichen Träume.

Dirk: Oder die gleichen Realitäten?

JOSUA: Das ist doch das Prinzip des gesamten Geistigen, des Kollektives. Es gibt für viele Seelen die gleichen Träume, aber jeder empfindet diesen Traum anders und jeder würde den Traum anders beschreiben. Er kann aber nicht wissen, ob das, was er jetzt als Realität oder als Traum aufbaut, das richtige ist.

Es gibt eins nicht: Vergleichende Erfahrung. Die einzelnen Träume - auch wenn sie die gleiche Thematik haben - sind dennoch vom Weg her unterschiedlich. Diese können im Geistigen nicht aufeinander treffen, um Erfahrungen zu machen. Dafür benötigt man die Materie.

Wenn ich mir jetzt vorstelle, wir beide würden uns boxen, dann stelle ich mir weiter vor, wie ich dich da und dort treffe. Aber ich stelle mir nicht vor, daß du mich auch haust, denn dies paßt ja nicht in meine Welt hinein. So, und du siehst in dem Moment genau das Gleiche, nämlich wie du mich boxt. Hinterher stehen wir beide da und sagen: "Und nun?" Jetzt inkarnieren wir, und dann werden wir uns mal richtig boxen! Und dann können wir uns eine Zeitlang in dieser Inkarnation eigentlich gar nicht leiden. Und warum? Weil wir aufeinander losgehen. Dieses Aufeinander-losgehen beinhaltet jetzt nicht, daß ich mich wirklich mit ihm boxe, sondern es kann darauf hinauslaufen, daß man sich gegenseitig das Leben schwer macht.

Wenn wir wieder zurück ins Geistige Reich kommen, haben wir eine Erfahrung gemacht und stellen fest, daß es zwar ganz nett war, aber daß die eigentliche Erkenntnis, die wir daraus gezogen haben, die ist, daß es nicht so gut ist, wenn man gegeneinander lebt. Also boxen wir dann in unserer Traumwelt nie wieder gegeneinander. Verstehst du? Das ist philosophisch gesprochen, weil ich dies jetzt nicht universell erklären kann. Ich habe es personifiziert erklärt. Aber so geschieht es auch universell.

Dirk: Das hieße doch, daß die Materie dem Geistigen den Sinn gibt. Wäre nun das Geistige Reich ohne die Materie wirklich sinnlos? Gibt es kein Sinn für sich im Geistigen Reich?

JOSUA: Ein "Sinn" des Gleichlaufs wäre dies ohne die Materie. Es gäbe einen geistigen Stillstand und das geht nicht. In dem Moment, wo es steht, hört es auf zu existieren.

Ein gutes Beispiel: Ihr habt eine gewisse Entwicklung mit euren Computern erreicht. Wenn ihr mit dem Forschen aufhören würdet, und es würde euch reichen, was ihr jetzt erreicht habt, dann wird es zu einer Dekadenz führen. Ihr würdet euch zurück entwickeln - wieder zurück bis zur Steinzeit.

Nur die Bewegung nach Vorne, das heißt, das Erforschen und immer wieder etwas Neues finden, hält das Geistige und das Materielle am Leben. Wenn eine Seite nicht mehr existiert - beginnen wir mit der Materie - würde auch die andere Seite, das Geistige, erlahmen. Denn was sollten sie sich erträumen, was sollten sie tun? All das Denken, das Empfinden könnte nicht mehr angewendet werden, keine Möglichkeit der Erweiterung, keine Möglichkeit der Erkenntnis.

Umgekehrt wäre es genau der gleiche Fall: Ohne die Geistige Welt gäbe es überhaupt keine Motivation für den Körper etwas zu tun, zu handeln, sich zu bewegen oder sonst etwas. Wozu auch? Der Körper geht, er ist nur eine Zeitlang existenzfähig - auch mit einer neuen Wunderpille, die euch vielleicht 120 Jahre alt werden läßt. Es wäre vielleicht hinausgeschoben, aber der Körper bliebe vergänglich. Stell dir vor, es gäbe wirklich keinen Geist. Wofür dann das Ganze?

Rolf: Der seelische Antrieb würde fehlen.

JOSUA: In jeder Beziehung. Ihr würdet sofort aufhören, euch in irgendeine Richtung weiter zu bewegen. Du würdest nicht zur Arbeit geben. Ihr würdet vegetieren, weil ihr euch überhaupt nicht entscheiden könntet, irgend etwas zu tun. Selbst die Nahrungsaufnahme würde euch sinnlos erscheinen, weil der Selbsterhaltungstrieb nicht vorhanden wäre. Die Seele und der Körper zusammen sind die Entwicklung, sind die Forscher, die Wissenschaftler. Und das ist der Kreislauf, immer wieder. Und wenn du jetzt sagst, daß dieser Kreislauf irgendwann geschlossen sein wird, dann ist dem nicht so. Er verändert sich - immer wieder. Von Oval zu rund, zu länglich und so weiter.

So, ich ziehe mich jetzt ganz diskret zurück, ich wünsche euch noch eine harmonische Zeit miteinander, euch Vieren einen guten Urlaub. Damit GOTT ZUM GRUSS, bitte die Musik.

Wir verabschiedeten uns und dankten dem Positiven Geistigen Reich.

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